Montag, 15. Februar 2010

talent erfindet, genie klaut?

diesen satz hab ich ja schon immer für mist gehalten.
für schriftsteller und artverwandte gibts ja nichts ätzenderes, als wenn jemand ohne jegliches talent mal eben so abschreibt. oder sich noch nicht mal die mühe macht und gleich den ganzen text als den eigenen ausgibt. das ist mir auch schon passiert, aber ein bißchen aufplustern hat schon gereicht, um den talentlosen textdieb dazu zu bewegen, seine webseite (die im übrigen voll war mit geklauten texten, nicht nur von mir) wieder zu löschen.
"alles nur geklaut" ist kein kavaliersdelikt, helene hegemann wird vermutlich nie wieder ein anderes buch o.ä. an den verlag bringen können, ohne dass es zu tode gegoogelt wird. die ausrede, sie sei doch erst siebzehn, sie wisse es doch nicht anders, regt mich dabei allerdings am meisten auf. mit siebzehn ist man durchaus in der lage, eigenständig zu denken. wieso der verlag allerdings nicht stutzig wurde, als sie über dinge und orte schrieb, die sie nicht erlebt haben oder an denen sie nicht kaum gewesen sein kann mit ihren zarten siebzehn jahren, das verstehe wer will.
jeder uni-hiwi googelt passagen aus hausarbeiten, die ihm oder ihr seltsam vorkommen.

eigentlich ist es aber egal, wer hier nun schuld hat, das problem ist meiner meinung nach, dass es eben jetzt von den peinlich berührten feuilletonisten auch noch entschuldigt wird. schon wieder mit ihrem alter. vielleicht sollte man dann ein solches buch einfach nicht in den himmel loben, bevor man es gründlich gelesen hat, vielleicht sollte man die autorin hinterfragen, bevor man ihr blind wortgewalt unterstellt. dann bleibt einem peinliches zurückrudern wenigstens erspart. sie für einen buchpreis zu nominieren ist nur dann gerechtfertigt, wenn man kopierer verkauft. alle anderen autoren dürften sich da ziemlich verarscht vorkommen.

und auch die kleine helene redet sich mit pseudo-provokanten statements raus. originalität sei tot! proklamiert sei, als sei das die entschuldigung für alles. na wenn das so ist, dann muss twilight ja wirklich das buch des jahrhunderts sein! und wir schalten einfach mal unsere hirnzellen ab, hören auf zu forschen, zu rezensieren, uns zu bilden und eine eigene meinung zu haben. ist doch egal, bringt ja eh nichts, denn originalität gibts ja gar nicht. danke, kleine helene. ganz schön postmodern, ganz schön edgy!



talent erfindet, faules stück klaut, muss es heißen. eigentlich schade, dass sie sich zu sowas herablässt, dumm scheint sie ja nicht zu sein. nur eben nicht talentiert genug, um eigene geschichten zu formulieren.

das hier, kleine helene, ist übrigens meine eigene meinung. kann sein, dass die auch jemand anderes vertritt, aber geschrieben hab ich das ganz alleine. kannst es ja mal googlen. solltest du was finden, schreib ich gerne eine heuchlerische danksagung hinten an diesen text. damit dürfte das problem ja gelöst sein.

Freitag, 9. Oktober 2009

you spin me round and round


heute habe ich drüber nachgedacht, ob eigentlich eine gleichberechtigte co-existenz von serie und spin-off möglich ist. anders gefragt: was passiert, wenn bei einer fernsehserie aus nebencharakteren eine neue serie (ein spin-off) gebastelt wird?

mein lieblingsbeispiel ist „cheers“, aus der später „frasier“ entsprungen ist. „cheers“ fand ich ganz nett, „frasier“ war aber um längen besser. viel witziger, bessere charaktere, spannendere storyline. vielleicht auch nur, weil nicht die gesamte handlung der serie in einer einzigen bar stattfand?

ein gegenbeispiel ist „friends“, aus der später die serie „joey“ entstand. „friends“ kann man sich – zumindest auf englisch – spaßeshalber gut angucken. okay, ich gebe zu, ich habe durchaus alle folgen gesehen! auf deutsch kann ich übrigens keine einzige folge gucken ohne wahnsinnig zu werden. bei „joey“ hab ich nach den ersten paar folgen aufgegeben (obwohl auch auf englisch), weil es einfach nur noch platt war. außerdem: wieso eigentlich ausgerechnet ein spin-off mit joey? er war bei friends schon die nervigste figur und selbst – sollte das der grund gewesen sein – sein subjektiv gutes aussehen von damals ist einfach mal nicht mehr da, oder?

dann natürlich die ganzen „CSI“-serien, die ich nicht auseinander halten kann. aber ich finde, die zählen auch nicht so richtig, weil sie einfach zu ähnlich sind. es sind halt alles forensic-teams der polizei/des FBI/was weiß ich. aus dem gleichen grund finde ich, dass „schimanski“ nicht als spin-off von „tatort“ gezählt werden darf. bei „law & order“ hingegen wird der spin-off „criminal intent“ gar nicht als spin-off wahrgenommen, weil kein law & order davorsteht und weil es noch mal anders aufgebaut ist.


„a different world“ mochte ich damals ganz gern (in deutschland hieß die serie „college fieber“), ein spin-off von der cosby show. erfolgreich war sie aber glaub ich nicht. xena war ja zB auch ein spin-off von herkules, oder? auf jeden fall erfolgreicher. schrecklich fand ich, dass mein lieblingscharakter addison montgomery damals aus „grey’s anatomy“ verschwand. aus ihr wurde der spin-off „private practice“, von dem ich bisher nur eine folge gesehen hab. und: ich befürchte, dass es eine verstörend schlechte serie ist, werde aber bald mal ein wenig weitergucken. sollte ich mich irren, könnte hier ein beispiel von gleichguten serien (original und spin-off) vorliegen.

schockiert hat mich, dass die serie „trapper john m.d.“ ein spin-off von „M*A*S*H“ gewesen ist. beides sehr erfolgreiche serien, aber auch sehr unterschiedliche settings: mitten im korea-krieg vs. krankenhaus in den usa. dass „unter der sonne kaliforniens“ ein ableger von „dallas“ gewesen ist, habe ich auch heute erst gelernt. wieder zwei erfolgreiche serien. nur, dass ich hier bisher gar nicht wusste, dass es sich um spin-offs handelte! zählen müsste ich es vielleicht trotzdem als beispiele friedlicher co-existenz.

Donnerstag, 6. August 2009

a/s/l - oh wait

situationen, in denen pärchen-sein von vorteil ist: gehwegversperren, konzertbesuche (wenn der/die andere kräftige schultern hat und gerne das bier holt), kinos (ersetze bier durch popcorn), urlaub UND: wohnungssuche.

ich bin kein pärchen und ich fühle mich immobiliär diskriminiert. seit geschlagenen acht monaten suche ich eine wohnung. ACHT MONATE. ich hab alles durch, ernsthaft. WGs mit esoterischem tee zweifelhafter herkunft; yuppies, die mitbewohner suchen, die am besten nie zuhause sind, aber bitte 500 kalt für 15 qm; wohnungen, die keinen fußboden hatten (absolute gestaltungsfreiheit!); wohnungen die buchstäblich keine küche hatten; 26 qm "wohnfläche", die sich als 12qm "wohnfläche mit rangekleistertem bad und pantry-küche" entpuppten; 550 kalt für 30qm; kündigungsausschluss 4 jahre mit überhöhter staffelmiete; courtage 3000€ für makler, die mich mit einem "expose? wieso, haben sie sich nix ausgedruckt? da steht doch alles drauf, mehr kann ich ihnen jetzt auch nicht sagen" begrüßt haben; 500€ abstand nur dafür, dass der vormieter mir die nummer vom vermieter gibt; ebensoviel abstandszahlungen für eine waschmaschine, die von anfang an nicht halb soviel wert gewesen sein kann und eine TV-Bank, die sicherlich im dunkeln gekauft worden war; ersti-WGs (AAAAAAAAAAAAH!); diverse kurzfristige absagen nach eigentlich-schon-zusagen... ich habe irgendwann aufgehört zu zählen, so nach 35 wohnungen.

es waren definitiv mehr, ich kenne diese ganze stadt nur durch wohnungsbesichtigungen. ich gucke inzwischen nicht mal mehr auf den stadtplan, wenn ich wieder losziehe. ich habe meine persönlichen daten schon auf sovielen selbstauskünften verewigt, sie schon sovielen schmierigen maklern in die schwitzigen hände gedrückt, ich wette, wenn ich eine ordentliche adresse hätte, würde mir da der briefkasten vor prospekten überquellen. vermutlich weiß inzwischen schon jeder geheimdienst und jede behörde genauestens über mich bescheid.


ich bin immer noch kein pärchen und ich fühle mich mehr denn je immobiliär diskriminiert. ich war schon soweit, meinen kollegen zu schnappen und mich krampfhaft während der besichtigung an ihm festzuhalten, während er alles regelt - manche makler reden offensichtlich lieber mit männern, anders lässt sich nicht erklären, dass ich mal bei einer besichtigung konsequent ignoriert wurde - und dann kurz vor unterzeichnung zu verkünden, man habe sich im guten getrennt, aber hey, ich bin ja berufstätig, ich kann auch alleine, ok, nä?
der kollege war dagegen. nicht so prinzipiell, sogar seine freundin fand die idee super, aber ihm war wohl nich so wohl dabei. nun gut.

ich war schon bei besichtigungen, da drängelten sich 40 leute durch eine 35qm-wohnung. ich war schon bei besichtigungen, da standen die leute schlange im treppenhaus. ich war schon in WGs, in denen ich als erstes "ich putz nicht so gerne, aber wenn du das gerne machst, bittesehr" zu hören bekam. mein persönliches highlight war vor ein paar tagen, da sah ich das haus, in dem ich mir vor einigen wochen mal eine sehr abgeranzte wohnung angesehen hatte, im fernsehen. das treppenhaus war voller Blut und aus dem off hieß es "hier stach er wie von sinnen auf seinen nachbarn ein. die beiden kannten sich angehörigen zufolge kaum." da war ich wieder ein bißchen versöhnt, irgendwie. aber trotzdem.

ich bin single und ich fühle mich immobiliär diskriminiert. ich habe auch die katze verschwiegen, bis zum letzten moment. half nix. da hab ich sie eben wieder erwähnt. der letzte makler, der nichts gegen sie hatte (bless him) fragte sogar nach einem foto und rief mich nochmal an, um mir zu sagen, wie süß sie sei, aber leider, leider..."AN DEN UNTERLAGEN LAGS ABER NICHT, DIE WAREN SUPER!" rief er noch hinterher, da hatte ich mir schon ein routiniertes "dankefürdenanrufwiedersehen" herausgegrummelt und aufgelegt. heiraten wollte ich den ja nun nicht. obwohl... so als pärchen.... und dann noch mit nem makler... ich muss weg.

Donnerstag, 16. Juli 2009

SNAFU – situation normal, all fucked up

heute unterhielt ich mich mit jemandem über den CSD und erwähnte dabei den neulichen tod von rainer gütlich (der immer-schon-initiator des CSDs in frankfurt) und dass ich gespannt bin, wie der erste CSD ohne ihn wird. bestimmt werde es so was wie eine schweigeminute geben und viele transpis. an dieser stelle fragte meine gesprächspartnerin: „transpis??“ doch dann gleich: „ach so, transparente?“. sie kannte die abkürzung nicht, und ich habe mich natürlich erstmal totgelacht.

bei der gelegenheit dachte ich darüber nach, was es eigentlich alles für seltsame abkürzungen gibt, die vielleicht auch kein mensch versteht. die seltsamste abkürzung aus dem alltagsleben ist in meiner erinnerung „kasi“ für kassettenrekorder – ich hab mich auch immer konsequent geweigert, sie zu benutzen. wenn man in frankfurt „konstablerwache“ (eine U- und S-bahnstation in der innenstadt) sagt und nicht „konsti“, outet man sich natürlich auch gleich als hohler yuppie oder nicht-frankfurterIn oder beides. „fuzo“ für „fußgängerzone“ hingegen finde ich völlig bekloppt und würde ich niemals verwenden. großartig natürlich das lied „mfg" von den fantastischen vier (äh, den fantas, meine ich natürlich), dessen schlusszeile dann lautet: „THC in OCB is was ich dreh.“ oder ein anderes lied einer anderen band, in dem es heißt: „was früher die gestapo war, ist heut das BKA.“

abkürzungen sind schon toll. und besonders im internet gibt’s unendlich viele, die dann meist aus der chatsprache stammen. meine lieblings-abkürzungen beim mailen/posten sind: „OMG“ für „oh my god“ und „WTF“ für „what the fuck?“. aus dem deutschen mag ich „jmd“ für „jemand/en“ und "vl" für "vielleicht" sehr gern. auch schön nerdy und sogar real-life-tauglich ist: „FYI“ für „for your information“. blöd finde ich dafür IMHO für „in my humble opinion“ (braucht doch kein mensch). und LMAO für „laughing my ass off“ ist auch überflüssig, schließlich gibt’s doch das gute alte LOL und meinetwegen auch ROFL. und die allerschlimmste abkürzung ist: HDGDL für „hab dich ganz doll lieb“. schlimmer geht’s ja wohl nicht. natürlich auch beliebig erweiterbar: HDGGGGGGGGGGGGGDL...

was ich dafür sehr gern mag, ist, buchstaben durch zahlen oder sonderzeichen zu ersetzen – eigentlich aus der hackerszene (leetspeak) stammend, bzw zur verschlüsselung gegen das abhören/auslesen durch computer. inzwischen findet man es aber in allen möglichen bereichen der popkultur, zB bei p!nk. wobei p!nk ja nur eine teilweise ersetzung ist, komplett ersetzt wäre sie vermutlich: |° ! |\| |<. aber wer sollte das noch lesen können? ich würde mich auch ungern z320 statt zero nennen... aber z3ro wäre schon wieder cool.

Freitag, 5. Juni 2009

vote for beauty

ich gebe zu: ich gehe wählen. wann immer ich die gelegenheit von unserem tollen demokratischen staat erhalte, male ich fröhlich kreuze auf die wahlpapiere – meist natürlich für die partei, die ich gerade für das kleinere übel halte. nicht, dass meine kleine stimme irgendwas ändern würde, aber ich habe nun mal die „wer nicht wählt, wählt rechts“-behauptung geimpft bekommen. da kann man nichts machen.

nun steht die europa-wahl vor der tür und natürlich werde ich auch diese chance zum kreuzemalen nutzen. „in echt“ finde ich europa natürlich doof (weil: festung, is klar) und demokratie eher anstrengend. wobei richtig wäre: „demokratie“. aber demokratie und „demokratie“ sind fast gleichermaßen doof, daher spielt das hier keine rolle.

aber zurück zu europa. als linke müsste man europa ja eigentlich toll finden, so aus cosmopolitischer romantik heraus. aber die realität sieht ja leider anders aus (so aus asyl- und einwanderungs-perspektive oder auch agrarpolitik, finanzmärkte, militär, datenschutz, you name it...). aber wenn ich schon für den deutschen bundestag wähle (auch nicht mein lieblingsverein), wieso dann nicht für europa? wir in europa. haha. bloß: welche partei? ist dies bei bundestags- oder landtags-wahlen schon schwer genug, fühle ich mich bei der europawahl nun völlig erschlagen. ich glaube, ungefähr 30 parteien wurden genehmigt. und ein brüller jagt den nächsten:

da wäre zum beispiel die „Familien-Partei Deutschlands – FAMILIE“ Creepy... Oder die „CHRISTLICHE MITTE – Für ein Deutschland nach GOTTES Geboten“... waaahh! auch cool: „Bayernpartei – BP“, sicherlich eine militante splittergruppe der CSU. auch ganz großes kino: „Die Violetten, für spirituelle Politik“. klingt ja ganz witzig, aber nimmt das ständige auspendeln politischer probleme nicht zu viel zeit in anspruch? die wahlplakate der „Newropeans“ verfolgen mich. ich finde, die partei hätte sich genauso gut „ozeanien“ nennen können, bzw „eurasien“ natürlich.

ganz eigentlich wollte ich ja die „Partei für Soziale Gleichheit, Sektion der Vierten Internationale – PSG“ wählen weil ich die neulich so niedlich fand, als ich nach dem einkaufen von REWE kam und den PSG-wahlstand mit marx-porträt vor mir sah. die LINKE kam auch noch in frage (ja, ich weiß... aber welche partei nicht?), doch dann fand ich deren wahlsprüche auch so dämlich: „Raus aus Afghanistan“, „Millionäre zur Kasse“ und „Gleicher Lohn für Frauen“. möhp, boring. langweiliger, plumper und oberflächlicher geht’s ja gar nicht. die einzige partei, deren programm ich unterschreiben würde, ist die „piratenpartei“. haben zwar einen doofen namen und einen krassen fokus auf urheberrechts- und informationspolitik, aber dafür finde ich alles gut, was in deren parteiprogramm steht. im zweifelsfall gucke ich vl doch noch mal bei www.wahl-o-mat.de vorbei und entscheide mich dann.