auf der seite, auf der bis eben noch mein schickes, neues „south of nowhere video“ zu bestaunen war und auch schon einen netten kommentar erhalten hatte, stand nun: „this video is no longer available due to a copyright claim by viacom international inc.” viacom international inc. (mtv und vh-1 sind so deren einzigen bekannten formate) - die firma, die letztes jahr ein paar hundert tausende takedown notices an YouTube geschickt hatte - wie mir wikipedia mitteilte.
nicht nur, dass ich mir nun mühsehlig beibringen musste, wie man flashvideos ohne YouTube in die eigene website einbindet - erfreulicherweise doch gar nicht so schwer - nein, ich kann jetzt nicht mal mehr bei YouTube andere videos bewerten und vor allem: meine in jahren angesammelten favoriten dort sind komplett weg...
dieses faschistoide copyright-gehabe konnte mir noch nie einleuchten. selbst jenseits jeglicher kapitalismuskritik (das wäre nun wirklich zu einfach). bleiben wir mal bei meinem konkreten beispiel: wieso sollte es dem fernsehsender schaden, wenn ich clips aus einer sendung nehme und diese mit musik hinterlege? oder wenn ich ausgewählte clips bei YouTube reinstelle? ist das nicht einfach nur werbung für fernsehserien oder filme? und ebenso für die bands, deren musik ich zum hinterlegen benutzt habe. sollten sich plattenfirma und fernsehanstalt nicht freuen, dass es so eine große fangemeinde gibt? wer glaubt denn etwa, dass YouTube ein ersatz dafür ist, die serien und filme im fernsehen zu gucken? das sind doch viel eher teaser, die gegebenenfalls zum kauf anregen. die qualität ist ohnehin viel zu schlecht, um als wirkliche alternative zu gelten, aber das nur am rande.
auch was musikvideos angeht: who cares, wenn die clips bei youtube stehen? ich finde, die bands sollten sowieso lieber mit live-auftritten ihr geld verdienen statt mit cds, video-dvds und so schnickes. alles künstlerisch produzierte sollte frei verfügbar sein. auch ein ärgernis ist, dass menschen, die sich zum beispiel deutschsynchronisierte fernsehserien nicht mehr antun mögen, in die illegalität getrieben werden. ich trage hier vielleicht ein wenig dick auf, aber so übertrieben ist es gar nicht: wenn ich gerne US-fernsehserien direkt zu ihrer erstausstrahlung und vor allem im originalton sehen möchte, muss ich sie mir illegal im netz besorgen. auf den websites der US-fernsehsender darf ich sie meist nicht gucken, weil mir durch meine deutsche IP der zutritt verwehrt ist, und eine andere möglichkeit gibt es nicht. und zu warten bis die dvds erscheinen dauert viel zu lange und ist zum anderen auch finanziell unrealistisch, zumindest für echte serienjunkies.
was copyright angeht, bin ich seit längerem fan der „creative commons-lizenzen“. das sieht in etwa so aus:

das erste symbol (by) ist die basis, und in kombination mit den restlichen ergeben sich dann sechs verschiedene lizenzen, die alle weitaus mehr sinn machen alles alles bisher dagewesene. ich halte es durchaus für gute politik, den namen des/der entwicklerIn zu nennen, und bei den „non-commercial“ und „no-derivates“ klassifikationen, kann man bei bedarf den/die besitzerIn halt fragen, ob man dies oder jenes mit dem produkt anstellen darf.
ich verstehe das ganze drama nicht. die erde hat sich weitergedreht und einige leute wollen es nicht wahrhaben. stur auf dem endprodukt zu sitzen und jegliche weiterführende kreativität im keim zu ersticken ist einfach nur peinlich. total sinnfrei, dass alle für sich noch mal das rad neu erfinden müssen.
sie sind zwar „nur“ das ende der schnarchnasen-kette und haben grad mal das pech, mir aktuell ans bein gepinkelt zu haben, aber: shame on You!Tube!


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