um weihnachten herum war ich im museum für moderne kunst in frankfurt und habe mir dort eine ausstellung von takashi murakami angesehen - nicht zu verwechseln mit haruki murakami, wie ich festgestellt habe, aber das nur am rande.takashi murakami ist ein japanischer pop-art künstler, von daher dachte ich, es könnte eine spannende ausstellung werden. die hoffnung wurde mir allerdings kurz nach dem eintreten ins museum schon wieder zerstört, nämlich als ich ein schild sah, auf dem stand: "das fotografieren der ausstellungsstücke ist auf wunsch des künstlers untersagt." vielleicht bin ich da empfindlich, aber ich hasse sowas. ich musste mich sehr zusammenreißen, um keinen anfall zu bekommen. okay, ich gebe zu, ich konnte mich nicht zusammenreißen. ich trieb meine begleiterinnen in den darauffolgenden stunden damit in den wahnsinn, immer wieder darauf hinzuweisen, wie bekloppt es doch ist, dass ausgerechnet ein pop-art-künstler verbieten lässt, seine kunstwerke zu fotografieren! aaahhhrg!
mit böse funkelnden augen starrte ich die museumswärterin an, die mir anschließend noch unbedingt meine tasche abnehmen wollte, weil sie zu groß sei um sie mit rein zu nehmen. (das hatte ich in diesem museum auch noch nie erlebt und ich hatte bisher jedesmal die gleiche tasche mit.) meine zynische bemerkung "jaha, da passt fast ein gemälde rein" konnte mich auch nicht mehr retten, ich erntete nur einen ausdruckslosen blick. ich fühlte mich einsam und unverstanden, tasche- und jackenlos. schlecht gelaunt schlurfte ich durch die eigentlich architektonisch äußerst hinreißenden räume. vielleicht würden mich die bilder und skulpturen in bessere stimmung versetzen können.
tja, here we go again, da kam das nächste problem: ich mag manga-comicfiguren nicht, mochte ich noch nie. meine theorie ist ja, dass sie niemand so wirklich mag, aber da es für cool gehalten wird, sie zu mögen, tun wir doch einfach alle mal so. ich assoziiere mit mangas immer pädophile alt-männer-phantasien über kleine mädchen in schuluniformen mit absurd kurzen röcken. brrr. aber selbst wenn ich mangas gemocht hätte, hätte ich dem abstrakten kubismus-anfall von murakami wohl nichts abgewinnen können. obwohl, eine kleine skulptur gefiel mir dann doch:
ich hätte sie liebend gern mitgenommen, hatte aber leider meine tasche nicht dabei. ansonsten aber fand ich seine werke ermüdend flach. ich entlarvte seine pornographischen und teilweise sexistischen darstellungen als kindische provokation. ich langweilte mich zu tode. und alles nur, weil die ausstellung mit dem "keine fotos"-schild anfing (tun wir mal so). es ist doch wirklich blöd. a) wieso macht jemand eine ausstellung wenn man sie dann nicht fotografieren darf? b) ausgerechnet ein pop-art-künstler?! schlagen wir mal nach:"Pop-art. Noun. A style of art which seeks its inspiration from commercial art and items of mass culture (such as comic strips, popular foods and brand name packaging). Pop art was first developed in New York City in the late 1950's and soon became the dominant avant-garde art form in the United States."also: eine kunstform, die elemente aus (im fall murakamis) comicstrips nimmt und diese umwandelt in was-auch-immer. wie durchgeknallt ist es denn bitte, dinge aus der popkultur zu klauen, damit ein wenig herumzuspielen und dann zu sagen: "hee, abfotografieren ist gemein!" ich verstehe es nicht... und mit den unsterblichen worten von john goodman in roseanne gezischt: und. ich. will es. auch nicht. verstehen.


Manche Dinge habe ich im Museum noch nie verstanden. Das man Mangas nicht mag kann ich aber absolut nachvollziehen!
AntwortenLöschenAllerdings war die Andy Warhol Ausstellung dort einfach wunderbar.
Mal sehen, wer als nächstes dort etwas zeigt, was mein Interesse wecken kann. Die kleine Statue allerdings gefällt mir auch, sie hat etwas faszinierendes.
JBF