Sonntag, 29. März 2009

der gestank der liebe

u-bahnen sind herzlos. und kalt. besonders zu bestimmten zeiten kann man das selbst feststellen. ich fahr immer morgens u-bahn. eigentlich ist das nur eine gute idee, wenn man sehr geschmacks-, geruchs- und überhaupt eindrucksresistent ist. u-bahnen mögen ihre passagiere nicht, sie tun alles dafür, dass man schnell wieder aussteigt. sie sind das fast food-restaurant des öffentlichen nahverkehrs.
am geruch gestank in so einem waggon kann man manchmal sogar den wochentag feststellen. montags riecht es beispielsweise meistens nach bier. oder kotze. je nachdem, ob fußball war oder nicht. dienstags riecht es wie einen tag nach montag. altes bier. oder alte kotze. je nachdem. ist klar. mittwoch riecht es meist am neutralsten, eine mischung aus montag und bald-ist-freitag, das ist dann eher schweiß und keinen-bock-mehr. freitags ist per se kein sauerstoff mehr da. oder überhaupt hoffnung.
es gibt auch bestimmte linien, die fieser riechen als andere. geradezu hinterhältig hauen sie einem im halbschlaf den muff um die nase und freuen sich sicherlich insgeheim, dass sie selbst keine nase haben.
es gibt eine alternative: den bus. aber busse wissen bescheid. deshalb haben sie arschloch-fahrer und fahren langsamer als u-bahnen. und viele kurven. und keiner weiß, wann der nächste kommt. busse haben mehr street credibility als u-bahnen, allein schon, weil u-bahnen ja eher track credibility hätten, wenn überhaupt. busse sind einzelgänger, aber sie sind ziemlich weit verbreitet. allerdings nur, wenn es ihnen passt. wenn man sie braucht, sind sie nicht da.
aber zurück zum eigentlichen übel (riechenden): die u-bahnen, also die zwei linien, die ich morgens nehme, unterscheiden sich tatsächlich nur durch den geruch. die erste, in der ich bedauerlicherweise nur kurz unterwegs bin, ist mir ziemlich sympathisch. sie ist immer pünktlich und riecht höchstens mal so, wie es in u-bahnhöfen riecht. das ist ja auch überall gleich.
die zweite ist die fiese. die gangster-u-bahn unter den u-bahnen. mit ihr fahr ich fast 15 minuten und meistens habe ich einen schal dabei - nicht nur, weil es kalt ist, sondern auch, weil er beim atmen hilft. manchmal zieh ich ihn hoch bis über die augen. zum beispiel dann, wenn mir eine dicke ungepflegte frau im trainingsanzug gegenübersitzt, die mit offenem mund hustet und kaugummi kaut.

wenn ich groß bin, werd ich auch u-bahn, glaub ich. kein deo, keine rücksicht, nur rock'n'roll und "zurückbleiben bitte!" und ab dafür, auch wenn noch jemand mit will. allerdings muss so eine u-bahn auch ganz schön tolerant sein. muss ja jeden depp mitnehmen. das wiederum is nix für mich. dann doch lieber reich&berühmt (tm) werden und einen chauffeur engagieren. und dann busse anhupen! ich glaub, das mach ich!

4 Kommentare:

  1. Was ich auch sehr mag sind die Menschen, die völlig abgehetzt und fertig so gerade noch die Bahn bekommen haben, und einem dann mit geöffnetem Mund nach Luft ringend und Luft gesichtsfrontal pustend gegenüber sitzen. Zum feiern. ;-)

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  2. was ich am u-bahnfahren noch eklig finde, sind leute die sich beim einsteigen vordrängeln und unbeirrt gegen den aussteigenden strom menschen anschubbsen. wie arschig können menschen sein!? (heute morgen erst wieder bestaunt)

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  3. und ich mag das konglomerat aus all dem! ubahnfahren ist fies und gemein. wäre ich nicht so stinkendfaul würd ich ja mit'm rad zur arbeit fahren und auch sonst überall hin aber da hat man's dann mit den natürlichen feinden aller radfahrerInnen zu tun: autos und fußgänger. wirklich besser ist das bis auf den geruch dann auch wieder nicht. wann wird doch gleich das beamen erfunden?

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  4. Mir stört es wahnasinnig wenn jemand Kebap im U-bahn isst!

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